Der Unverbesserliche

Der Schiedsrichter zeigte Marco, der die Hände verwarf, den gelben Karton. Momente zuvor hatte Marco nach einem Foulpfiff gegen ihn den Ball weggeworfen, damit der Gegner das Spiel nicht schnell machte.
Eine dumme Aktion.
Am Spielfeldrand schüttelte Trainer Joseph den Kopf, warf noch einmal einen Blick auf seine Auswechselbank: Aber nein, da sass kein anderer Stürmer. Wenn Marco vom Platz flog, konnte Joseph ihn nicht adäquat ersetzten.
Kurz darauf war Pause.
Jospeh rannte zu Marco. Auf dem Weg in die Kabine legte er ihm väterlich den Arm um die Schultern und redete auf ihn ein:
»Bitte, Marco, mach keinen Scheiss. Du weisst, du bist der einzige Stürmer, der mir heute zur Verfügung steht. Es sind nur noch 45 Minuten zu spielen. Lass dich einfach nicht provozieren. Wenn die Gegner dich foulen, gehst du einfach weg und hältst deinen Mund. Okay, Marco? Komm schon. Lass mich nicht im Stich.«
So nutzte der Trainer 14 der verfügbaren 15 Minuten, um Marco zu instruieren. Er hoffte, seine Wort würden Wirkung zeigen.
Nun: Es lief die erste Minute der zweiten Hälfte: Die gegnerische Nummer zehn schirmte auf der Mittellinie den Ball ab. Marco rutschte ihm von der Seite mit ausgestrecktem Bein in den Unterschenkel. Der Schiedsrichter zückte erst die gelbe, dann die rote Karte.

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