Bücher übers Schreiben, die ich gelesen habe

(Einfach auf den Titel des Buches klicken, um das Buch auf Amazon zu kaufen.)

  1. Das Leben und das Schreiben von Stehen King.
  2. Write Faster, Write Smarter (7 Book Series) von Chris Fox
  3. Self-Editing On a Penny: A Comprehensive Guide (Format, Grammar, Write) von Ashlyn Forge

  4. First Draft in 30 Days: A Novel Writer’s System for Building a Complete and Cohesive Manuscript von Karen Wiesner

  5. Fix Your Damn Book!: A Self-Editing Guide for Authors: How to Painlessly Self-Edit Your Novels & Stories von James Osiris Baldwin

  6. How to Make a Living with Your Writing: Books, Blogging and More (Books for Writers Book 3) von Joanna Penn

  7. The Successful Author Mindset: A Handbook for Surviving the Writer’s Journey (Books for Writers 4) von Joanna Penn

  8. How to Write a Novel Using the Snowflake Method (Advanced Fiction Writing von Randy Ingermanson

  9. 2k to 10k: Writing Faster, Writing Better, and Writing More of What You Love von Rachel Aaron

  10. Selfpublisherbibel: Autoren-Handbuch für verlagsunabhängiges Publizieren von Matthias Matting

  11. Story Genius: How to Use Brain Science to Go Beyond Outlining and Write a Riveting Novel (Before You Waste Three Years Writing 327 Pages That Go Nowhere) von Lisa Cron
Advertisements

Was Schreiben mit Gärtnern zu tun hat

 

Während den letzten zwei Wochen hiess es für mich: Krankenhausgarten statt Schulbank. Im Rahmen eines Zivildiensteinsatzes bin ich nämlich für die Grünflächen des örtlichen Krankenhauses zuständig. Und obwohl mir die Arbeit an der frischen Luft sehr gefällt, sind viele monotone Arbeiten, bei denen man viel Zeit um nachzudenken hat, zu erledigen. Dazu gehört auch das Laub zusammen blasen und einsaugen.

Ich hörte also gerade einen x-beliebigen Popsong über meinen Gehörschutz, in den, wie cool, ein Radio eingebaut ist, da kam mir der Geistesblitz. Zwischen den beiden Tätigkeiten: einen riesigen Parkplatz von Laub befreien und einen Roman schreiben, besteht ein grösserer Zusammenhang, als man anfangs annehmen würde.

Man stelle sich vor, einen Blick über die Gesamtheit des Parkplatzes zu werfen und zu denken: Oh Gott, das schaffe ich nie. Aber weil man muss, fängt man an. Irgendwer muss es ja machen …

Ganz methodisch gehe ich vor. Puste die Blätter zwischen den Autos hervor auf die Fahrbahn. Puste die Blätter auf der Fahrbahn nach vorne. Puste die Blätter zu einem Haufen zusammen. Hole den Laubsauger: sauge die Blätter ein. Und bin fertig. Es hat Stunden gedauert.

Beim Roman schreiben ist es nicht anders. Wir fangen mit einer kleinen Idee an. Bauen sie aus. Plotten. Schreiben. Überarbeiten. Vermarkten. Und irgendwann, was am Anfang noch unmöglich schien, hältst du dein eigenes Buch in den Händen.

Fazit: Einen Schritt nach dem anderen. Ein Blick auf’s ganze bringt nichts. Sieh immer nur den nächsten Schritt. Und am wichtigsten: Habe Geduld.

Schlussendlich – Kurzgeschichte

Rahel spielt den langen Ball in die schmale Gasse zwischen die beiden gegnerischen Innenverteidigerinnen. Alisha nimmt im Rücken ihrer Gegenspielerin Tempo auf, erreicht den Ball vor der herausstürmenden Torhüterin und lupft ihn über sie hinweg.
Auf der Tribüne jubelt das Publikum verhalten. Vermutlich weil viele es wissen.
Alisha rennt strahlend zur Spielerbank. Die Spielerbank rennt strahlend zu Alisha. Sie liegen sich in den Armen, jauchzen. Sie wissen es nicht. Du hast es ihnen noch nicht gesagt. Aber du weisst es und stehst etwas abseits. Den Blick von deiner Mannschaft abgewandt, Tränen stehen dir in den Augen.
Drei Pfiffe. Es ist aus. Erst jetzt sehen die Spielerinnen dein Gesicht und wissen es sofort: Die EM im eigenen Land ist für sie gelaufen.
Es sind mehr Zuschauer gekommen, als du erwartet hättest. Sie stehen und spenden deiner Mannschaft Applaus. Eine einsame Träne kullert über deine Wange.
Du willst gerade deine Mannschaft zusammenrufen, da bemerkst du zwei junge Männer, die gestikulierend am Geländer der Tribüne stehen. Der eine hält sich, ein Telefon andeutend, die Hand ans Ohr. Der andere streckt zuerst alle zehn Finger hoch, dann zeigt er auf Alisha. Alisha steht so offensichtlich mit dem Rücken zu ihnen, dass du es weisst. Du legst ihr den Arm um die Schulter und rufst die anderen dazu. Deine Mannschaft formt einen Kreis.

 

Vom Sterben – Kürzestgeschichte

Im selben Urlaub lernte ich schwimmen. Ich finde, das sollte gesagt sein.
Mamas Eltern schrieben Papa eine SMS. Ruf Zuhause an, stand darin. Ich wusste, etwas stimmt nicht. Papa ging nach oben ins Zimmer und Mama folgte ihm nach einer Weile.
Papa telefonierte lange.
In der Zwischenzeit sassen meine Brüder und ich auf dem Sofa. Ich redete ununterbrochen auf sie ein, während durch die düstersten Gänge meines Gehirns diese eine Frage geisterte: Was ist nur los?
Papa stiess die Türe auf. Er sah uns nicht an, als er die Treppe herunterstieg. Auf dem untersten Tritt blieb er stehen. Wir sahen ihn ängstlich an. »Opa … ist gestorben.« Papas Stimme: leise und brüchig.
Hätte da nicht ein Schmerz sein sollen? Alles, was ich spürte, waren die Schultern meiner Brüder an meiner.
Vier Tage früher als geplant, bestiegen wir den TGV zurück in die Schweiz.

***

Papas Mama backte uns immer Kuchen, wenn wir sie besuchten.
Meine Brüder und ich sassen jeweils auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer. Wir richteten unsere Blicke starr in die »Schweizer Illustrierte«. Wenn wir etwas gefragt wurden, antworteten wir einsilbig und schauten nicht auf.

Eines herbstlichen Tages fuhren wir am Haus von Papas Mama vorbei. Wir waren gerade auf dem Rückweg von einem Familienausflug. Papa fragte: »Wollt ihr Oma besuchen?« Nein, erwiderten wir im Chor.

Einige Wochen später erzählte mir Mama, vor dem Kochherd stehend, Papas Mama habe einen Schlag erlitten. Mamas Blick zeigte, wie traurig ich darüber sein sollte.

Bald besuchten wir Papas Mama zum ersten Mal. Sie wohnte im Altersheim und wusste meinen Namen nicht mehr. Ihr Gesicht war so grau: Das werde ich nie vergessen.

Einmal parkten wir vor dem Altersheim und Mama stellte meine Brüder und mich vor die Wahl: Kommt mit und besucht Oma. Oder: Lauft nach Hause. Nach einer halben Stunde Fussmarsch waren wir Zuhause.

Zwei Tage später betrat Mama mein Zimmer. Ich spielte Minecraft und hörte Gangsterrap. »Oma … ist gestorben«, sagte Mama. Ich nickte. Ich spielte weiter.

***

Jetzt ist Mamas Papa krank.
Angefangen hat es damit, dass er in eine Strassenlaterne fuhr.
Von da an stieg er nie mehr in sein Auto und fehlt seither bei jedem Familienfest, das nicht in seinem Haus stattfindet.
Wochen darauf erzählte mir Mama, wieder vor dem Kochherd stehend, ihr Papa habe Parkinson. Sie sprach, als wäre ich längst darüber informiert. War ich nicht.

Früher sah ich Mamas Papa jeden Mittwochnachmittag. Jetzt sehe ich ihn nur noch monatlich, weil ich mittwochnachmittags zur Schule muss. Und ich bin froh darüber, sagt mir manchmal eine feine Stimme im Kopf. Du musst die emotionale Bindung zu ihm auflösen, sagt sie.
Und jedes Mal wenn wir Mamas Papa besuchen, zittert seine Hand stärker, wie er die Gabel zum Mund führt.
Und jedes Mal wenn wir ihn besuchen, muss Mama mit ihrer Mama einkaufen gehen.
Und jedes Mal wenn wir ihn besuchen, redet Mama ununterbrochen und ich rede auch viel mehr als normal.
Und jedes Mal wenn wir ihn besuchen, kann ich den Gedanken nicht vertreiben, dass er bald tot sein wird.

***

Mamas Mama … nein. Nein, es reicht. Irgendwann ist doch genug. Oder nicht?

 

Du fehlst – Kürzestgeschichte

Weisst du noch?
Wir fuhren gegeneinander Rennen auf unseren Trettraktoren. Deiner hellblau, meiner orange.
Wie viele Stunden haben wir gemeinsam auf dem Fussballplatz verbracht? Wie viele auf dem Schulweg?
Du musstest den Kindergarten wiederholen. Das war der erste Schnitt. Wir sahen uns nur noch neben der Schule.
Du hast zu mir hochgeschaut, als ich in der sechsten Klasse war und auf dem roten Platz Tor um Tor erzielte.
Ich wollte nicht an die Oberstufe.
Wir begegneten uns nur noch ab und an oder zufällig auf dem Nachhauseweg.
Du hattest neue Freunde. Sie waren laut und ich leise.
Du sahst zu anderen hoch. Ich hatte mich verändert, hatte nur noch wenige Freunde.
Nur in den Schulferien war es noch wie früher. Wo einst der Fussballplatz gewesen war, stand jetzt ein Haus. Aber wir haben auf der Strasse gekickt und wenn sie uns den Ball weggenommen haben, um ihre Autos und Fensterscheiben zu schützen, holten wir einfach einen neuen.
Diese Melancholie als wir am letzten Tag der Sommerferien gegeneinander kickten. Du mit deinen beiden jüngeren Brüdern, ich mit meinen.
An einem Sonntagnachmittag war diese Vertrautheit zwischen uns das letzte Mal da. Wir haben Ping Pong gespielt. In unserer Garage. Du bist zu mir gekommen. Wie immer. Und du bist zuerst gegangen. Wie immer. Bevor du gingst, habe ich gefragt: Was machst du jetzt? Du hast geantwortet: Ich muss morgen arbeiten. Und das war das Ende.
Seither sagen wir uns hallo oder ciao und verschwinden in entgegengesetzte Richtungen.
Ich habe manchmal das Gefühl, du siehst mich nicht richtig an, wenn du mit dem Fahrrad an mir vorbeibraust, die Kopfhörer in den Ohren.
Das Militär hätte uns wieder zusammenführen können.
Wir gingen beide mit der Bahn zum Infotag. Du mit deinen neuen Freunden. Ich allein.
Am Bahnhof hast du mir die Hand gegeben und hallo gesagt. Wir standen fast nebeneinander. Doch du hattest mir nichts zu sagen, und ich dir auch nicht.
In ruhigen Momenten stelle ich mir vor, es wäre wieder wie früher.
Du würdest an meiner Haustüre klingeln und wir würden zusammen Fussball spielen.
Es tut mir weh. Dir nicht?

Allein – Kürzestgeschichte

Ich gehe ja schon.
Schlussendlich bleibt es immer an mir hängen.
Ich war heute noch nicht draussen und weiss, dass mir das schadet.
Snoopy zieht den Kopf ein, die spitzen Ohren liegen eng an. Er weicht ein paar Schritte zurück. Armer Hund, denke ich und zwänge ihn ins Geschirr.
Wenn wenigstens jemand mitgekommen wäre. Ich meine, mein Bruder hätte doch Zeit. Er müsste sich jetzt nicht im Schweizer Fernsehen diese Sendung anschauen, die ich SVP-Propaganda nenne. Wir könnten uns auf dieser Ebene unterhalten, dieser Ebene abseits von jeglichem Ernst. Aber er will nicht.
Draussen ist es dunkel. Die kalte Herbstluft drückt auf meine Schläfe. Ich ziehe die Nase hoch. Verlasse schnellen Schrittes das Quartier, nicht dass mir noch jemand begegnet, den ich kenne. Erst als ich die letzten Häuser einige Meter hinter mir gelassen habe und über den leeren Golfplatz schreite, gehe ich langsamer.
Ich fühle mich geborgen in der Dunkelheit. Sie schützt mich vor den Blicken anderer. Macht mich unsichtbar. Ich bin gerne unsichtbar.
Doch heute stellen sich die angenehmen Gedanken nicht ein. Dafür sind meine Sinne zu geschärft. Ich starre in die Dunkelheit. Da hinten das Licht: Ist es der Schein einer Taschenlampe? Ich lausche. Bin mir sicher, etwas gehört zu haben.
Die obligate Runde muss gemacht werden. Auch allein. Auch durch den Wald.
Hier zwischen den Bäumen: Überall könnte Bewegung sein. Sicher bin ich mir nie. Und da raschelt es, da knackt es. Tiere? Menschen? Bitte keine Menschen. Wenn ich hier einen Menschen sehe, nein, bitte nicht.
Schritte. Das sind doch Schritte? Hinter mir. Soll ich mich umdrehen? Ich gehe jetzt schneller, obwohl ich weiss: Es ist ein Zeichen von Schwäche. Von …
Ich stolpere. Über einen Ast? Was weiss ich.
Ich bleibe kurz liegen. Die Schritte. Ich höre sie nicht mehr. Ich drücke mich vom feuchten Boden hoch. Beide Hände im Gras. Beide Hände?
Wieso halte ich die Leine nicht? Ich hab sie nicht losgelassen. Ich lasse sie nie los. Ich …
Scheisse.
Snoopy? Ich sage seinen Namen erst leise, dann lauter, dann lauter, LAUTER. Ich gehe im Kreis, vergrössere den Radius stetig, aber immer wenn ich meine: Da ist er, ist er es nicht.
Sonst bleibt er immer stehen, wenn man die Leine fallen lässt.
Ich verlasse den Weg. Gehe tiefer in den Wald hinein.
Verloren. Ich hab ihn einfach verloren.

 

Was geschieht – Kürzestgeschichte

Noch eine Woche.

Was ist heute für ein Tag? Dienstag: noch 6 Tage. Ich muss sie geniessen. Der nächste Montag kommt.

Jeden Morgen sehe ich auf’s Handy: Sehe auf’s Datum und hoffe, dass die Zeit nicht vergeht.

Sonntagmorgen sehe ich auf’s Handy. Es ist zehn. So früh bin ich schon ewig nicht mehr aufgestanden. Seit 3 Monaten nicht mehr.

In der Küche: eine Uhr. Über dem Backofen. Neben dem Autolenkrad.

Wir essen zu Mittag. Fleisch, Kartoffeln, Bohnen. Sonntagsmenu. Und alles woran ich denken kann, ist morgen. Ich male mir aus, wie ich los radle, bald den Hügel hoch. Das Fahrrad im Erdgeschoss des Parkhauses abstelle. Wie ich zum Eingangsbereich marschiere. Den Blick geradeaus gerichtet, links und rechts ist nichts. Die Beine so schwer, dass ich sie kaum spüre. So wird es sein.

»Andreas?« Mein Vater sieht mich fragend an.

»Hm?«

Er spricht und ich versinke erneut in Gedanken.

Die Frau am Empfang lächelt freundlich. Ich versuche zurückzulächeln, aber wie soll das aussehen, wenn man derart nervös ist?

»Grüezi«, sage ich in Gedanken. Meine Stimme. Warum zittert sie immer? »Ich trete heute meine Stelle als Zivildienstleistender an … Ich soll hier nach … Herrn Anton Kunz verlangen.« Ich schlucke leer, irgendwo, mitten im Satz.

Die Frau nickt und sagt: »Ich ruf ihn gleich an, nehmen Sie doch kurz Platz.«

Sie zeigt auf einen Wartebereich. Ich setzte mich auf den hintersten Stuhl in der Ecke und mein Körper bebt. Der Mund trocken, die Zunge klebt am Gaumen. Wie soll ich so sprechen können?

Noch ist es nicht soweit. Noch bin ich frei. Wir steigen ins Auto. Zu fünft, zu sechst, wenn man den Hund dazuzählt. Wir fahren an den Soppensee. Wir laufen drumherum. Ich atme die frische Luft ein. Die Gespräche der andern ziehen an mir vorbei.

Herr Anton Kunz wird kommen. Er wird mir die Hand reichen und ich werde von meinem Stuhl aufspringen und mich vorstellen. Und mich fragen, ob ich ihn duzen oder siezen soll. Und es wird furchtbar kompliziert sein. Und irgendwann danach muss ich ihm noch sagen, dass ich ihn kenne, weil meine Eltern das so wollen. Wir kennen uns, sage ich dann und versuche erneut ein Lächeln. Er wird sich hoffentlich wundern und fragen: Woher? Ich werde erwidern: Wir waren Nachbarn, aber ich war noch ein Baby. In der Bergstrasse. Er wird verstehen und ebenfalls lächeln. Hoffe ich zumindest.

Weiter reicht meine Vorstellungskraft nicht.

Ich liege abends im Bett. Frühzeitig, morgen muss ich um halb acht auf. Um acht da sein. Ja nicht zu früh.

Wieso liege ich schon im Bett? Ich wollte den Tag doch verlangsamen. Es ist mir misslungen. Sportpanorama schauen, Zeitung lesen, Abendessen. Alles Vergangenheit.

Ich kann nicht schlafen. Natürlich nicht.

Die Szenen wiederholen sich in meinem Kopf. Bei jeder Wiederholung bin ich überzeugter, dass das, was ich sagen werde, dumm ist. Und verzweifle, weil mir nichts Gescheiteres einfällt.

Bin ich um vier Uhr eingeschlafen? Habe ich überhaupt geschlafen?

Es ist wie Schlafwandeln.

Mama redet mit mir. Ja. Aber was?

Ich gehe ins Bad. Tatsächlich. Nun ist es so weit. Ich schau nochmal auf’s Handy. Das Datum: Ja, es stimmt. Das Fahrrad: Es ist echt. Den Hügel: Rauf, ja. Das Krankenhaus mit dem Parkhaus. Dorthin stellen, ja. Wie ich’s mir ausgemalt habe.

Da steht ein Mann beim Empfang. Keine Frau?

Ich stammle meine Worte.

Er schenkt mir einen aufmunternden Blick und bittet mich im Wartebereich Platz zu nehmen.

Herr Anton Kunz läuft den Gang entlang. Ich spiele noch ein letztes Mal die Worte durch. Er hält an. Anton Kunz lehnt sich gegen die Wand. Und meine Nervosität schwindet, wird durch ein anderes Gefühl ersetzt. Anton Kunz greift sich an die Brust. Reisst den Mund auf. Eine Frau rennt zu ihm.

Der Mann vom Empfang schaut mich an, die Stirn in Falten gelegt. Ich zeige auf Anton Kunz. Er kommt hinter seiner Theke hervor, ruft: »Scheisse.«

Der Mann vom Empfang tippt eine Nummer ins Telefon. Hält sich den Hörer ans Ohr.

Geschieht das wirklich?, frage ich mich.